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 Regen |  Fallend |
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Vorausschau
Quelle: SF METEO
Tagesthema vom 10.03.2010
Zäher Winter in Mitteleuropa - Fluchtpunkt Süden ?
Keine Frage, der Winter 2009/10 ist zäh und lang, manch einer
würde ihn sogar als impertinent bezeichnen, obwohl das bei
atmosphärisch-natürlichen Prozessen sicherlich nicht das
treffende Attribut ist. Wie auch immer, schaut man sich die
aktuelle Ausgangslage sowie die Prognose der nächsten Tage an,
so bleibt Frühling - bezogen auf Deutschland - weiterhin ein
Fremdwort. Grund genug also, sich mal in der näheren und auch
etwas weiter entfernten Nachbarschaft umzuschauen, ob man dort
auf der Suche nach dem Frühling vielleicht fündig wird.
Geht man einmal nach dem Ausschlussverfahren vor, so braucht
man nicht besonders viel meteorologisches Know-how und
Fantasie, um sich vorzustellen, dass eine Reise in nördliche
und östliche Gefilde wenig Sinn macht, es sei denn, der hiesige
Winter reicht einem noch nicht aus oder man möchte sich richtig
die "Kante" geben. Letzteres gelingt derzeit sehr gut an der
norwegischen Westküste incl. der angrenzenden Gebirge, wo mit
ordentlich Schmackes feuchtkalte Atlantikluft herangepustet
wird, die dann bei reichlich Wind für teils kräftige Schnee-
und Regenfälle sorgt - wirklich unwirtlich und wahrlich kein
Vergnügen für Lenzenliebhaber.
Richten wir den Blick nach Westen gen Frankreich,
Großbritannien und Irland, so wird uns auch nicht gerade warm
ums Herz. Immerhin, vor allem Großbritannien und Irland
profitieren schon seit Tagen von dem Hoch ISIDOR, das für viel
Sonne und trockene Verhältnisse sorgt, bei allerdings sehr
überschaubaren Temperaturen meist unter der 10-Grad-Marke. In
den nächsten Tagen wird es auch dort allmählich wechselhafter,
aber keinesfalls mild. Frankreich trifft es zum Teil noch
härter als Deutschland, wobei es Anfang der Woche im nicht
gerade wintererprobten Süden regionsweise kräftig geschneit
hat. Und auch thermisch betrachtet liegt die Grande Nation auf
einer Wellenlänge mit uns, am Dienstag wurde im ganzen Land
nirgendwo die 10-Grad-Marke überschritten.
Nähern wir uns auf der Frühlingssuche dem südwestlichen Teil
Europas, wo wir wenigstens partiell fündig werden. Allerdings
hat zu Wochenbeginn auch dort in einigen Gebieten (Nordosten
Spaniens) der Winter eine nachhaltige Duftmarke gesetzt, wie
man den Nachrichten entnehmen konnte. Nichtsdestotrotz, am
Dienstag brachte es die Sonne vor allem im Westen und Süden der
Iberischen Halbinsel auf 10 bis 15 Grad, was aber noch
reichlich Spielraum nach oben lässt. Gleiches gilt für die
Balearen, wo die Höchstwerte um 10, die Tiefstwerte um 3 Grad
lagen. Dann schon eher die Kanaren, wo es am Dienstag fast
überall wärmer als 20, lokal sogar über 25 Grad warm war - geht
doch.
Orientieren wir uns in mediterranen Breiten etwas nach Osten,
so stoßen wir auf,- nein, nicht den Frühling, wir stoßen auf
das Tief ANDREA, ein wahres "Prachtexemplar" seiner Zunft.
Dieses Tief sorgt von den Alpen bis nach Nordafrika, vom
westlichen Mittelmeer bis zur Balkanhalbinsel für alles,
wirklich alles andere als Frühling. Sturm, teils kräftige
Regen- und Schneefälle, Gewitter, magere Temperaturen weisen
zwar ein hohes Maß an meteorologischer Brisanz auf,
atmosphärische Bedingungen zum Erholen sehen allerdings anders
aus.
Vielleicht etwa so, wie man sie antrifft, wenn man sich noch
etwas weiter nach Osten zum östlichen Mittelmeer begibt. In
Griechenland und der westlichen Türkei ist es zwar noch nicht
so prall (unter 20 Grad, im Norden sogar unter 10 Grad, zudem
ab Mittwoch von Westen her Regen-, im Bergland teils
Schneefälle), Richtung Zypern, östliche Türkei, Naher Osten und
Ägypten wird uns aber demonstriert, dass es irgendwo in
halbwegs erreichbaren Gegenden doch noch Warm- bzw. Heißluft
gibt. So stieg das Thermometer in Teilen Ägyptens, auf der
Sinai-Halbinsel und in Jordanien am Dienstag auf über 30 Grad,
mit Südwind stellenweise sogar auf Werte zwischen 35 und 40
Grad. In den nächsten Tagen bleibt es dort bei reichlich
Sonnenschein so heiß. Wer also mal das Feeling "vom
Gefrierschrank direkt in den Grill" erleben möchte, braucht nur
nach Ägypten jetten - die nötige Zeit und das nötige Geld
vorausgesetzt...
Dipl.-Met. Jens Hoffmann
Deutscher Wetterdienst
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